Männliche Führungskräfte sind selbstbewusster!

Woran liegt es, dass mir weibliche Führungskräfte oft über ihre Ängste gegenüber ihrer Position als Führungskraft erzählen?

Ich stelle mir oft die Frage, woran es liegt, dass mir weibliche Führungskräfte oft über ihre Ängste gegenüber ihrer Position als Führungskraft erzählen und behaupten, dass ihre männlichen Kollegen selbstbewusster sind. Und dann frage ich mich: Stimmt das überhaupt?

Da ich aber Verallgemeinerungen hasse, bin ich überzeugt davon, dass es NICHT so ist und es ganz einfach unterschiedliche Formen des Auftretens und der Eigen-Wahrnehmung sind. Daher führe ich – in Coachings und Workshops – die Gespräche mit Führungskräften, wo ich bemerke, dass es stark an SELBSTBEWUSSTSEIN mangelt und der SELBSTWERT angezweifelt wird.

Eine Studie im “Harvard Business Review” hat z.B. gezeigt, dass Frauen dazu neigen, höhere Erwartungen bzw. Ansprüche an sich selbst zu setzen als Männer. Das kann dazu führen, dass sie sich schneller kritisieren und sich selbst wenig zutrauen. Ängste spielen dabei eine große Rolle. Es scheint, dass Frauen mehr Angst vor Fehlern, Missgeschicken und vor Ablehnung haben. Das führt dazu, dass sie sich zurückhalten und sich weniger zutrauen, als sie eigentlich könnten.

Ich kenne solche Gedanken so gut und weiß, dass solche Unterschiede nicht angeboren sind, sondern oft das Ergebnis von gesellschaftlichen und familiären Erwartungen bzw. Stereotypen sind, die Männer und Frauen seit Generationen beeinflussen.

➡️ Denn ist es nicht so, dass viele Frauen oft schon von Kindheit an darauf trainiert werden, sich zurückzuhalten und bescheiden zu sein? Den Männern hingegen eher suggeriert wird mutig und stark zu sein? Das sind oft geprägte, angewöhnte Verhaltensweisen, die unbewusst sind und sich dann auch später im Beruf auf das Selbstbewusstsein und den Selbstwert in Beziehungen auswirken.

Ich arbeite mit meinen Kunden daran und denke, es ist an der Zeit, dass wir alle unsere Stereotypen und so präzisen, hohen Erwartungen über Bord werfen und andere (völlig egal welches Geschlechts) ermutigen, ihr VOLLES POTENZIAL auszuschöpfen, Glaubenssätze zu hinterfragen oder diese aktiv zu ändern.

Daher bin ich überzeugt, dass es auch in Transformation-Prozessen sehr entscheidend ist, die Führungs-ART im Unternehmen zu beleuchten und darauf zu achten, dass die Führungskräfte in ihrer Persönlichkeit gestärkt werden. Und über ihre Zweifel und Sorgen muss gesprochen werden, um gleich bei Antritt dieser Position Ängste vor Fehlern und Wertung zu vermeiden.

➡️ Wir brauchen dringend Führungskräfte, die ihren Selbstwert kennen, die sich trauen ihre Meinungen zu formulieren, ihre Kompetenzen kennen und einschätzen können, Grenzen einfordern und nach ihren Werten leben, damit ein starkes Miteinander in den Unternehmen (und Familien) entsteht!

Wie seht ihr das? Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht?

Bianca-Maria

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